Interview mit Bob Ludwig

Die Story des legendären, mit einem Grammy® ausgezeichneten Mastering-Ingenieurs

Was haben Led Zeppelin, Radiohead und Mariah Carey gemeinsam? Sie gehören zu den zahlreichen großen Künstlern, die ihre Musik mit Mastering-Ingenieur Bob Ludwig produzierten.

Bevor Bob mit seinen berühmten Gateway Mastering Studios Zeichen setzte, war er erster Trompeter des Utica Symphony Orchestra und inspiriert von Benny Goodman. Er hörte seine „Benny Goodman at Carnegie Hall“-Platten so oft, dass er mehrere Exemplare zerschliss. Aber was sich nie abnutzte, war seine Leidenschaft dafür, mit einigen der größten Künstler unserer Zeit Musik zu machen. Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren.

F: Wie wurden Sie Mastering-Ingenieur?

Ludwig: Ich besuchte die Eastman School of Music an der University of Rochester und ging bei der ersten Gelegenheit in den Fachbereich Aufnahmetechnik. Während meiner Zeit dort richtete die Eastman zum ersten Mal ihren Workshop für Aufnahmetechnik aus und engagierte Phil Ramone von A&R Recording als Dozent. Ich wurde Phils Assistent und wurde gefragt, ob ich nach dem Workshop mit ihm bei A&R arbeiten wollte. Zu dem Zeitpunkt spielte ich die erste Trompete im Utica Symphony Orchestra, und da ich mein Ziel als Trompeter, die h-Moll-Messe von Bach zu spielen, bereits erreicht hatte, war ich mit einem Umzug nach New York City einverstanden.

F: Mit welchen Herausforderungen wurden Sie konfrontiert, als Sie die Gateway Mastering Studios eröffneten?

Ludwig: Ein Geschäft von Grund auf neu zu beginnen, ist immer riskant. Und 1992 ein so kapitalintensives Unternehmen wie ein Tonstudio mit all der teuren digitalen Ausrüstung, baulichen Planung und Konstruktion erforderte einen erstklassigen Business-Plan, bei dessen Erstellung uns mein Mitgründer Dan Crewe half.

Ich nahm sieben verschiedene Kredite auf, lieh mir Geld von meinen Freunden in Japan und arbeitete in den ersten Jahren sieben Tage die Woche, um das Studio zum Laufen zu bringen. Zum Glück mussten wir nie Werbung machen, da dank Mund-zu-Mund-Propaganda seit nun über 22 Jahren laufend neue Kunden zu uns kommen.

F: Mit welchen Künstlern haben Sie am liebsten gearbeitet?

Ludwig: Die Liste ist sehr lang, aber einige Lieblinge gibt es: Beck, Bruce Springsteen, Lou Reed, Madonna, Radiohead, Led Zeppelin, Jimi Hendrix, The Rolling Stones, The Who, Rush, The Police, Eagles, Mumford & Sons, Journey, Def Leppard, Brian Wilson, Neil Young, Hall & Oates, Foo Fighters, Mariah Carey, Queen, Elton John, U2, Pearl Jam, Tony Bennett, k.d. lang, AC/DC. Ich bin sicher, ich habe einige andere Lieblinge vergessen!

F: Wenn Sie einen Musiker Ihrer Wahl treffen könnten, welcher wäre das?

Ludwig: Das wäre J. S. Bach, ein einzigartiger Komponist.

F: Wann begann High-Res Audio wichtig zu werden?

Ludwig: Gateway Mastering war das erste Studio, das seinen Kunden DVD-V anbot. Das war 1997. Ich hatte mich zu diesem großen Schritt entschlossen, da DVD-V als erstes digitales Verbraucherformat die PCM 96-kHz/24-Bit-Wiedergabe unterstützte.

1999 stellten Sony und Philips die SACD (Super Audio-CD) vor, die rasch zum Liebling der Audiophilen wurde, da der erste SACD-Player von Sony eine so hohe Qualität hatte. Ich hatte das Privileg, den ABKCO-Katalog der Rolling Stones-Klassiker auf Hybrid Disc zu digitalisieren.

F: Warum ist High-Res Audio besser als eine CD?

Ludwig: High-Resolution Audio übertrifft die CD, weil es die Ausgabe der Mikrofone, mit denen die Instrumente und Künstler aufgezeichnet werden, präziser einfangen kann. Beim Mixen bestehen durch die höheren Bit- und Abtastraten keine Einschränkungen durch Tiefpassfilter und gekürzte Mathematik. Dadurch ist das abgemischte Endprodukt präziser erfasst, und der Verbraucher kann die Musik nahezu so hören, wie sie der Künstler, Produzent und Tontechniker bei der Produktion hörten.

F: Was hält die Zukunft für High-Res Audio bereit?

Ludwig: Da immer mehr High-Resolution-Server und tragbare Wiedergabesysteme auf den Markt kommen und die Preise für High-Resolution Audio-Quellen sinken, können mehr Verbraucher Musik in einer Qualität hören, die noch näher an das heranreicht, was der Künstler beabsichtigt hat. Ich finde das großartig.

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