Pablo Gil, Roastbeef umgeben von Licht

Eine Augenweide

Pablo Gil

„Es hat alles damit angefangen, dass der Kunde sich ein Bild wünschte, auf dem alle Zutaten seines Hamburgers zu sehen sind. Um zu zeigen, dass sie alle natürlich und frisch sind.“

Alle Bestandteile eines Hamburgers darstellen – diese einfache Aufgabe ließ im Kopf des Fotografs Pablo Gil eine Idee reifen: Gibt es eine bessere Möglichkeit, alle Komponenten eines Hamburgers zu zeigen, als seine Zutaten separat in der Luft fliegend darzustellen?

Diese Inszenierung war für ein Bild von einem Hamburger an Dramatik nicht zu überbieten. Im heiß umkämpften Bereich der Food-Fotografie versteht es sich aber von selbst, dass Einfallsreichtum das ist, was dich von anderen abhebt.

Pablo Gil, Kamera: Sony Alpha 7R II, Komponenten eines Hamburgers, die in der Luft zu schweben scheinen.

© Pablo Gil | Sony α7R II + FE 90mm f/2.8 Macro G OSS | 1/125s @ f/5.0, ISO 200

„Grundsätzlich ist es mein Ziel, dem Betrachter mit meinen Fotografien etwas mitzuteilen. Sie sind nicht nur eine Sequenz, sondern eine ganze Geschichte. Ich versuche, einen Look zu erschaffen. Dabei helfen der Aufbau und das richtige Licht, das ein Gefühl für die Speisen vermittelt, die in der Geschichte die Hauptrolle spielen. Das Essen ist nicht einfach nur eine Art Gegenstand oder eine Requisite – es ist sozusagen der Held der Geschichte.“

Was mit einem Hamburger begann, entwickelte sich kürzlich zu einem zweiten Set von Bildern, die mit derselben Technik für eine Auswahl von Getränken werben. Einerseits bestand die Herausforderung darin, Lebensmittel schweben zu lassen, und andererseits, sich in Bewegung befindliche Flüssigkeiten in genau der perfekten Position einzufangen. Viele denken womöglich, dass es sich bei der Flüssigkeit einfach nur um einen am Computer generierten Effekt handelt. Tatsächlich ist sie aber real und zu 100 % mit der Kamera festgehalten, durch einen langwierigen und mühseligen Prozess.

Pablo Gil, Kamera: Sony Alpha 7R III, Komponenten eines Milchshakes, die in der Luft zu schweben scheinen

© Pablo Gil | Sony α7R III + FE 90mm f/2.8 Macro G OSS | 1/250s @ f/2.8, ISO 100

„Die Erschaffung des Bildes ist an sich eine Wiederholung. Zunächst fertigen wir eine Skizze davon an, wie das endgültige Bild aussehen soll, einschließlich der Bewegung der Flüssigkeit aus der sich scheinbar bewegenden Tasse. Anschließend nehmen wir vielleicht zwischen 100 bis 150 Bilder von einem Glas auf, das wir bewegen. Dabei versuchen wir die Winkel zu imitieren, die es beim Fallen einnimmt. Daher wiederholen wir den Fall in einem Winkel, der dem letzten Winkel am nächsten kommt. Das wiederholen wir so oft wie nötig, um die Formen der Flüssigkeit so real wie möglich darzustellen. Da wir hier von Flüssigkeit sprechen, ist das quasi völlig willkürlich. Das heißt, wir bewegen die Tasse so lange weiter und machen Aufnahmen, bis die Bewegungen der Flüssigkeit und Tropfen genau so aussehen, wie wir das möchten.“

Alle Bilder von Pablo wurden mit einer Sony α7R III aufgenommen. „Die Kamera hilft auf verschiedenste Weise. Da ich häufig sehr viele Bilder in unterschiedlichen Winkeln aufnehmen muss, brauche ich eine Kamera, die sehr leicht ist, damit ich sie für lange Zeit halten kann. Das neigbare Display ist auch großartig, da ich darüber die Möglichkeit habe, aus einem besonders hohen Winkel aufzunehmen und gleichzeitig nach unten auf die Lebensmittel zu sehen. Als Erstes hat mich bei der Kamera die großartige Farbe und der dynamische Bereich überzeugt. Sie lässt nicht nur Speisen toll aussehen, sondern gibt mir auch im Hinblick auf die Nachbearbeitung Flexibilität.“

Pablo Gil, Kamera: Sony Alpha 7R III, eine Tasse heißer Schokolade in der Luft hängend, umgeben von fliegenden Keksen

© Pablo Gil | Sony α7R III + FE 100mm f/2.8 STF GM OSS | 1/250s @ f/5.6, ISO 100

Für den Schwebeeffekt hängten Pablo Gil und seine Assistentin Monica Sanz die Objekte an einem Rahmen auf, um sie in der perfekten Position vor dem Hintergrund zu arrangieren.

Pablo sagt: „Der Hintergrund ist ungeheuer wichtig. Er ist praktisch ein Teil der Geschichte. Er schafft die Atmosphäre für das Bild und verrät dem Betrachter, ob er ein modernes Foto, ein klassisches Bild oder eine urige Szenerie vor Augen hat. Der Hintergrund ist der Rahmen für alles – wörtlich genommen wie auch im übertragenen Sinne.“

Der Hintergrund an sich ist immens wichtig – so wichtig, dass Pablo und seine Assistentin sich dazu entschieden, selbst einen zu erschaffen, um für das Bild den perfekten Hintergrund zu bekommen. „Wir haben Holz, Stoff, Plastik, Karton und weitere Werkstoffe verwendet, um für jedes Foto den Hintergrund zu kreieren, den wir brauchten.“

Pablo Gil, Kamera: Sony Alpha 7R III, Schale mit Milch in der Luft schwebend, umgeben von fliegendem Kuchen

© Pablo Gil | Sony α7R III + FE 90mm f/2.8 Macro G OSS | 1/250s @ f/3.2, ISO 100

Weiterhin erläutert er, wie wichtig die technische Ausstattung ist: „Objektive sind im Bereich der Food-Fotografie besonders wichtig, denn das Essen darf nicht deformiert oder verzogen aussehen. Aus diesem Grund verwende ich keine Weitwinkelobjektive. Für lange Jahre war das Makroobjektiv von Sony mit der Brennweite 90 mm F/2.8 mein absoluter Favorit. Seit Kurzem habe ich aber das Objektiv mit der Brennweite 100 mm STF F/2.8 im Einsatz. Das Bokeh ist unglaublich, es sieht so natürlich aus. Dieses Objektiv ist mein neues Baby, mein absoluter Favorit!“

Natürlich können Bilder in der Nachbearbeitung optimiert werden. Trotzdem ist perfektes Licht bereits während der Aufnahme unverzichtbar. Bei vielen Food-Aufnahmen ist das Licht bei Levitationsserien relativ einfach. Dabei kommt eine große Softbox zum Einsatz, um ein weiches, natürliches Licht zu schaffen. Ein auf der Gegenseite positionierter Reflektor sorgt dafür, die Schatten weniger hart erscheinen zu lassen.

Die Kombination aus Licht, Dramatik, Hintergrund und Farbe schafft eine Serie aus Bildern, die gut genug sind, um Essen, oder in diesem Fall, Getränke darzustellen.

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