Kostüminszenierungen

Mathias Kniepeiss

Die Fotografie ähnelt einer Reihe von Tests, in denen Kreativität, Fähigkeiten, Planung und Einfallsreichtum auf die Probe gestellt werden. Das eigene Verhalten in diesen Tests spiegelt sich in den entstandenen Bildern und umgesetzten Projekten wider. Sich diesen Tests mit einer Kamera zu stellt, mit der man noch nie zuvor gearbeitet hat, macht es noch interessanter. Kann die Kamera also die Fotografen testen? Sie anders denken und neue Möglichkeiten erkennen lassen? Wenn man von dem Kostümprojekt ausgeht, das Mathias Kniepeiss vor Kurzem in Venedig umgesetzt hat, sieht es ganz danach aus.

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Maskiertes, rot gekleidetes Model posiert in einem eleganten Saal

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 24–105 mm f/4 G OSS | 1/125 Sek. @ f/4.5, ISO 1250

Mathias, ein Fotograf und Art Director, der durch seine Sport-, Porträt- und Werbefotografien international bekannt wurde, fotografiert auch nachgestellte historischen Szenen mit aufwendigen Kostümen. Das hat ihn nach Venedig geführt.

„Ich habe einen guten Freund, der dort als Kostümbildner arbeitet, unter anderem im Karneval“, erklärt er. „Wir haben zusammen in Österreich ein Projekt für ein Kasino gemacht und er hat mich gefragt, ob ich nicht nach Venedig kommen und seine Arbeit in einem beeindruckenden Fünf-Sterne-Hotel fotografieren möchte. Ich bin mit einem kleinen, fünfköpfigen Team angereist, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass wir am Ende mit 14 Personen daran gearbeitet haben. Die Aufnahmen haben drei Wochenenden in Anspruch genommen.“

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Zwei Models in venezianischen Kostümen geben vor, sich zu küssen

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 24–70 mm f/4 ZA OSS | 1/80 Sek. @ f/8.0, ISO 640

Normalerweise erfordern solche Projekte eine ungeheure Vorarbeit. „Es dauert sechs Monate, die Vorbereitungen zu treffen, Aufnahmeorte zu prüfen und die Kostüme auszuwählen“, erzählt uns Mathias, „aber dieses Mal lief es ganz spontan. Es ist kaum zu glauben, aber ich war noch nie zuvor in Venedig gewesen. Deswegen war diese großartige Stadt ganz neu für mich, sozusagen eine leere Leinwand. Es war toll, auszuprobieren, was wir tun konnten, und so richtig kreativ zu werden.“ Außerdem bot sich Mathias so die Gelegenheit, die α7R III zu testen und auszuprobieren, wie sie sich handhaben lässt, wie sie bei schwachem Licht reagiert und gegen das Licht fokussiert. Was hält er davon? „Die Qualität ist erstaunlich“, lacht er.

Vor dem Shooting in Venedig hatte Mathias nur wenig Erfahrung mit spiegellosen Kameras, aber er merkte schnell, welche Vorteile die α7R III für seine Arbeit haben könnte. „Ich teste gern unterschiedliche Kameras, um mich selbst ein wenig zu fordern“, erklärt er. „Ich sehe aber auch, was die Kamera aus mir herausholt. Mit der Augenerkennung der Alpha bekomme ich genau das, was ich sehe. Das ist eine richtige Offenbarung. Ich nehme Änderungen an den Einstellungen vor und kann alles sehen. So bin ich viel schneller, wenn ich mit dem verfügbaren Licht an diesen großartigen Orten arbeite, und muss nicht erst herumprobieren, sondern erkenne die richtige Belichtung sofort.“

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Zwei Clowns im Kostüm, einer springt in die Luft

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 24–105 mm f/4 G OSS | 1/160 Sek. @ f/4.5, ISO 1000

Obwohl viele seiner Aufnahmen statisch sind, konnte er den brillanten AF der α7R III gut gebrauchen, wenn die Models in ihren Kostümen liefen oder sprangen. „Eine Studiokamera ist normalerweise in Situationen, in denen man mit AF arbeitet, nicht so schnell“, erklärt er uns. „Die α7R III hingegen kombiniert die Vorteile einer Studiokamera mit einem hervorragenden AF.“

Wenn Mathias bei schwachem Licht arbeitet, nutzt er auch das Fokus-Peaking, das im EVF der α7R III integriert ist, und beim Fotografieren der Masken hat er sogar schon die Augenerkennung eingesetzt. „Es war einfach nur ein Test und ich wusste nicht, ob das nicht zu weit geht“, erzählt er. „Ich dachte, vielleicht wäre die Maske dann im Fokus, nicht das Auge selbst – aber es hat perfekt funktioniert!“

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Model mit Maske und schwarz-rotem Barockkostüm in eleganter Pose

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 24–70 mm f/4 ZA OSS | 1/60 Sek. @ f/4.0, ISO 800

Die α7R III beeindruckte auch, als Mathias in einer Gondel fotografierte.

„Das war wirklich eine Herausforderung“, erklärt Mathias. „Drei von uns waren hinten: zwei meiner Assistenten, die sich um den Blitz und die Videoaufnahmen gekümmert haben, und ich selbst. Ich habe mich mit der Kamera mit dem FE 12–24 mm f/4 G aus dem Boot gehängt – richtig weit, um den passenden Winkel zu bekommen. Das war schwierig, aber die Augenerkennung und der Bildschirm für die Komposition waren wirklich eine große Hilfe bei dieser Aufnahme. Wenn ich durch den Sucher hätte sehen müssen, hätte ich ein anderes Boot gebraucht – oder wäre im Wasser gelandet!“

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Kostümiertes Paar Händchen haltend in einer Gondel

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 12–24 mm f/4 G | 1/160 Sek. @ f/9.0, ISO 400

Was ist sein Lieblingsbild aus diesem Projekt? „Es gibt so viele“, sagt er. „Aber ich würde mich für dieses Gruppenbild entscheiden. Ich liebe Szenen mit toller Körpersprache und ausdrucksstarker Mimik.“ Die Aufnahme erinnert an ein barockes Gemälde – vielschichtig und mit dramatischer Wirkung, als würde es eine Geschichte erzählen. Und genau so war es auch. „Wir waren zwischendurch auf Hindernisse gestoßen“, erklärt Mathias. „Unter anderem hatten unsere drei Models am ersten Wochenende im letzten Augenblick abgesagt! Also mussten wir improvisieren. Ich habe das Team – Make-up-Artist, Costume Designer, Videograf … – gebeten, einzuspringen. Sie waren großartig! Sogar ich selbst bin als Harlekin auf einem der Bilder zu sehen.“

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Mann und Frau im grünen Kostüm Hand in Hand

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 24–70 mm f/4 ZA OSS | 1/80 Sek. @ f/5.6, ISO 640

Wenn man seine Bilder betrachtet, kann man diese Spontanität regelrecht fühlen. Darauf ist Mathias ausgesprochen stolz. „Anfangs war es nur eine Idee“, meint er, „aber am Ende war es ein Riesenerfolg, vielleicht wegen der Herausforderungen, die wir überwinden mussten. Wir haben Chancen geschaffen und ich glaube, dass wir diese Energie und die Gefühle wirklich in den Bildern einfangen konnten. In solchen Fällen läuft die Fotografie zur Höchstform auf. Wenn sie Gefühle transportieren kann, dann ist sie meisterhaft.“

Mathias Kniepeiss Sony α7R III Mann und Frau in venezianischen Kostümen, die einander lachend hinterherjagen

© Mathias Kniepeiss | Sony α7R III + FE 24–105 mm f/4 G OSS | 1/160 Sek. @ f/5.6, ISO 200

Produkte in diesem Artikel

ILCE-7RM3

α7R III 35-mm-Vollformatkamera mit Autofokus

ILCE-7RM3

SEL1224G

FE 12-24mm F4 G

SEL1224G

SEL2470Z

Vario-Tessar® T* FE 24–70 mm F4 ZA OSS

SEL2470Z

SEL24105G

FE 24-105 mm F4 G OSS-Objektiv

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In der Fotografie ist nichts unmöglich – egal, ob man Geschichten für die Ewigkeit festhalten oder neue Welten erschaffen möchte.

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