Geh an deine Grenzen

Marek Arcimowicz

„Die Bezeichnung ‚Fotograf für Extremprojekte‘ kommt nicht von mir“, lacht Marek Arcimowicz. „Das hat sich so ergeben. Sie stammt von der Marketingleitung von Alpinus, einem Unternehmen für Outdoor-Kleidung, für die ich früher fotografiert habe, und ist an mir hängengeblieben.“

Und zwar, weil die Beschreibung einfach perfekt passt. Mareks Arbeit sieht man an, dass er sich dafür an viele, wenn nicht sämtliche der unwirtlichsten Orte auf der Welt begeben hat.

„Ich fing an, an Orten und unter Bedingungen zu fotografieren, bei denen andere nicht fotografieren konnten oder wollten“, erklärt er. „Zum Beispiel in der Wüste Gobi im Winter bei -20 Grad. Das verlangt dir und deiner Ausrüstung schon einiges ab.“

Marek Arcimowicz Sony α 6500 Pferde in der Ferne, die im Licht durch die Wüste laufen

© Marek Arcimowicz | Sony α6500 + 70-200mm f/4 | 1/800s @ f/11, ISO 400

An diesen unwirtlichen Orten hat er die spannendsten Motive gefunden. „Die wirklich interessanten Dinge findet man in den Extremen“, erklärt er. „Die Mitte ist weniger spannend. Wenn du Fotos machen willst, die Menschen bewegen, musst du das machen, was dich selbst bewegt – was deine Seele berührt.“

Marek Arcimowicz Sony α 6500 Zeltlager in Gebirgsausläufern

© Marek Arcimowicz | Sony α6500 + 18-55mm f/3.5-5.6 | 1/200s @ f/13, ISO 800

Seine größte Herausforderung war eine Expedition auf einen unbestiegenen Gipfel im Dschungel von Venezuela, den Tramen Tepui. „Dieser Berg“, erklärt Marek, „existierte nicht auf Landkarten – die NASA konnte ihn nicht einmal aus dem Weltraum fotografieren, so nebelig und feucht war es dort. Entsprechend hart waren die Bedingungen. Aber es hat sich absolut gelohnt. Wir haben den Gipfel erreicht, bei der Kartografierung geholfen und auf dem Weg drei neue Schmetterlingsarten und eine neue Froschart entdeckt! Solche Orte sind schwer zu finden“, fügt er hinzu. „Das ist das Wunderbare daran.“

Von Kameras in der Größe und Qualität der Sony Kameras, die er heute verwendet, konnte er am Anfang seiner Laufbahn nur träumen, sagt Marek. Einmal stieg er mit einer 6x7-Kamera samt Objektiven und Stativ, die zusammen 15 kg wogen, auf den Ama Dablam im Himalaya. Seine α7R, die er heute hat, „ist eine Offenbarung. Ich bekomme dieselbe oder sogar noch bessere Qualität wie mit einer 6x7-Mittelformatkamera – und das mit einer Ausrüstung, die nur 2 kg wiegt.“

Marek Arcimowicz Sony α 7RII Zeltlager in den Bergen bei Nacht unter dem Sternenhimmel

© Marek Arcimowicz | Sony α7R II + 16-35mm f/4 | 25s @ f/4.5, ISO 12,800

Für Expedition wie Marek sie unternimmt, muss man intelligent packen. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Wander- oder Kletterpartien. Zu große Erschöpfung würde die Qualität der Bilder und die Sicherheit der Mitreisenden gefährden.

Man muss einen Kompromiss finden, und dazu muss man seinen Körper kennen: „Damals war ich viel fitter! Es war kein großes Problem, 20 kg zu tragen. Jetzt bin ich fast 50 und nicht mehr so kräftig, aber dafür habe ich die perfekten Objektive und Kameras: robust, wetterfest und auch noch leicht. Ich nehme ein Alpha Gehäuse und zwei oder drei Objektive mit, mehr brauche ich nicht.“

Marek Arcimowicz Sony α 7RII Zugefrorener See in den Bergen

© Marek Arcimowicz | Sony α7R II + 16-35mm f/4 | 1/1250s @ f/10, ISO 400

„Die Qualität der neuesten Sensoren von Sony ist unglaublich. Dabei sind wir schon sehr verwöhnt, was die AF-Geschwindigkeit und -Präzision angeht. Aber für mich ist das System als Ganzes wichtig. Die α7R II und III holen aus herausragenden Objektiven wirklich am meisten heraus.“

Neben seiner α7R II und seiner α6500 umfasst sein Standardkit „ein FE 16-35 mm f/4 ZA, ein FE 70-200 mm f/4 G und so etwas wie ein FE 35 mm f/1,4 ZA oder ein 55 mm f/1,8 ZA. Wenn ich das Objektiv nicht wechseln will, damit ich als Fotograf weniger sichtbar bin, nehme ich meistens das 35 mm. Wenn es eher in Richtung Porträt geht, vielleicht auch das 50 mm.“

Marek Arcimowicz Sony α 6500 Landschaft mit See und schneebedeckten Bergen in der Ferne

© Marek Arcimowicz | Sony α6500 + 70-200mm f/4 | 1/160s @ f/11, ISO 250

Die Begeisterung, die in Mareks Reise- und Abenteuerbildern spürbar ist, rührt von seiner Kindheit her, die er hinter dem Eisernen Vorhang im Polen des Kalten Krieges verbracht hat. „Es war kaum möglich, die Welt vor der eigenen Haustür zu erkunden. Umso mehr träumte ich von Abenteuern in den Bergen, an den Polen, in der Sahara, der Kalahari, der Wüste Gobi … Als es mir mit 18 oder 19 dann endlich möglich war, musste ich einfach gehen. Erst nach Frankreich, Spanien, dann Marokko, China, Tibet … Heutzutage ist das nichts Besonderes, aber als man noch keine Reisen im Internet buchen konnte, fühlte es sich an, als würde ich nur mit dem Kompass losziehen. Ein echtes Abenteuer.“

Marek Arcimowicz Sony α 7RII Kinder, die das Gesicht mit Schlamm bemalt haben

© Marek Arcimowicz | Sony α7R II + 55mm f/1.8 | 1/200s @ f/6.3, ISO 800

Heute, wo immer mehr Fotografen die gleichen Motive wählen, sucht Marek nach einem neuen Extrem, einem neuen Kick. „Was ich damals gemacht habe“, sagt er, „finde ich jetzt nicht mehr so interessant. Heute gibt es Action-Cams, und man sieht jede Menge tolle Aufnahmen vom Snowboarden, Surfen, Skifahren und von Fallschirmsprüngen. Ich laufe nicht gern mit der Masse. Darum erzähle ich jetzt Geschichten mit einem stärkeren menschlichen Bezug, die von Ökologie und gesellschaftlichem Wandel handeln. In den letzten fünf Jahren habe ich meinen Schwerpunkt dahin verlagert und einige sehr ‚heftige‘ Bilder gemacht, die von Menschenhandel, Gewalt, Hunger und all den aktuellen Problemen berichten. Das ist eine andere Art von Extrem.“

Produkte in diesem Artikel

ILCE-6500

α6500 Erstklassige E-Mount-Kamera mit APS-C-Sensor

ILCE-7RM2

α7R II mit rückwärtig belichtetem Vollformatbildsensor

ILCE-7RM3

Vario-Tessar® T* FE 16-35 mm F4 ZA OSS

SEL70200G

FE 70-200 mm F4 G OSS

SEL55F18Z

Sonnar® T* FE 55 mm F1,8 ZA

SEL1855

E 18 - 55mm F 3,5 - 5,6 OSS

Marek Arcimowicz
Alpha Universe

Marek Arcimowicz

Polen

„Ein guter Reisender hat keine festen Pläne und denkt nicht ans Ankommen.“ – Laotse, 6.–5. Jahrhundert v. Chr.

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