Alpha Universe-Geschichte im Detail
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Meine Aufnahmetechnik
Architektur mit Mike Will 

Nachts nehmen Gebäude einen ganz neuen Charakter an. Durch die ganzen Linien, Lichter und Farben können neue Formen entstehen. Deswegen finde ich die nächtliche Stadt ästhetisch so ansprechend. Ich suche zwischen all den Formen nach Führungslinien. Diese Linien können durch eine Straße gebildet werden, die zu einem Gebäude führt, oder Teil der Struktur eines anderes Gebäudes sein, aber für mich sind sie letztendlich ein Mittel, mit dem ich das Auge des Betrachters in die Szene hineinziehen kann.

Mike Will, Sony α7M III, Aufnahme von Autos, die über die Tower Bridge in London fahren, mit langer Belichtung

© Mike Will | Sony α7 III + 12–24 mm f/2,8 GM | 0,8 Sek. @ f/2,8, ISO 125

Darüber hinaus suche ich nach Anomalien. Das kann etwas ganz Einfaches sein, beispielsweise wenn alle Lampen an einem Gebäude eingeschaltet sind, nur eine nicht. Menschen sind sehr gut darin, diese Muster – oder Brüche darin – zu entdecken. Deswegen eignen sie sich sehr gut als Bildschwerpunkte.

Ich richte meine Aufnahmen am liebsten ohne Vorbereitung ein. Häufig mache ich mich auf den Weg, um ein bestimmtes Gebäude zu fotografieren, und fange erst einmal damit an, die unterschiedlichen Winkel oder Perspektiven auszuprobieren. Das ist eine natürliche Erfahrung, dank der ich kreativ bleiben kann. Wenn ich eine Aufnahme präzise plane und weiß, wann das Sonnenlicht an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit auf einen bestimmten Punkt trifft, kann ich hingehen, auf diesem Moment warten und das Bild machen. Aber wenn ich nur wenige Erwartungen habe, kann ich einfach weiter fotografieren, weil ich nie weiß, wie Licht und Schatten und die Reflexionen miteinander spielen.

Mike Will, Sony α7RM III, Blick in den Nachthimmel zwischen vier Gebäuden

© Mike Will | Sony α7R III +12–24mm f/4 G | 1/100 Sek. @ f/4,0, ISO 2000

Anfang dieses Jahres stand ich auf dem Times Square in New York. Wie alle Touristen sah ich nach oben und drehte meinen Kopf in alle Richtungen, um sämtliche Neonlichter und Gebäude über mir zu sehen. Also zog ich mein FE 12–24 mm f/4 G Objektiv heraus und fotografierte nach oben, mit all den Gebäuden, wobei der Blick auf die Ampel in der Mitte des Bildes gelenkt wurde. Wenn man nach oben fotografiert, entstehen fast immer interessante Bilder, weil so wenige Menschen die Welt auf diese Weise betrachten.

Mike Will, Sony α7M III, Innenansicht eines Museums

© Mike Will | Sony α7 III + 16–35 mm f/2,8 GM | 1/160 Sek. @ f/2,8, ISO 200

Ich habe auch das neue FE 12–24 mm f/2,8 G Master Objektiv zu meinem Kit hinzugefügt und freue mich über das zusätzliche 1 LW Licht. Ich fotografiere mit diesem Objektiv sehr gern mit der Kamera in der Hand, weil sie so viel Licht hereinlässt, und ich weiß, dass ich die ISO-Sensibilität bei der α7R III hochsetzen und trotzdem eine tolle Bildqualität erreichen kann. Ich arbeite gern mit Handkameras, weil ich so mehr Freiheit beim Fotografieren und Entdecken habe. Aber natürlich setze ich die Kamera auf ein Stativ, wenn ich Aufnahmen mit langer Belichtung oder Bilder vom Sternenhimmel machen möchte.

Mike Will, Sony α7M III, Bodiam Castle bei Nacht

© Mike Will | Sony α7 III + 20 mm f/1,8 G | 30 Sek. @ f/1,8, ISO 2500

Vor Kurzem habe ich mit dem FE 20 mm f/1,8 Objektiv Aufnahmen des Kometen Neowise am Himmel über Bodiam Castle gemacht. In dem Bild war eine Menge Aktivität, aber ich musste ein paar wichtige Entscheidungen treffen, wie ich die Szene arrangieren sollte. Ich wusste, dass der Komet niedrig am Himmel stehen würde. Außerdem wollte ich sein Spiegelbild im Burggraben einfangen, damit der Vordergrund interessanter wirkt. Deswegen habe ich die Aufnahme so angelegt, dass der Komet direkt über den Türmen der Burg am Himmel stand. Strukturell sollte zunächst die Burg die Aufmerksamkeit des Betrachters für das Bild erregen, dann sollte er die Sterne am Himmel bemerken und erst ganz zum Schluss den Kometen entdecken.

Mike Will, Sony α7RM III, Gebäude bei Nacht, mit Flutlicht beleuchtet

© Mike Will | Sony α7R III + 16–35 mm f/2,8 GM | 1/80 Sek. @ f/2,8, ISO 2500

Ich liebe meine Superweitwinkelobjektive zwar, aber natürlich nutze ich nicht nur die für meine Arbeit. Ich habe mit einem 35-mm-Objektiv fotografieren gelernt, deswegen verwende ich diese Brennweite immer noch sehr gern für konventionellere Aufnahmen. Ich halte es für wichtig, zu wissen, welches Objektiv und welche Brennweite man verwenden sollte und warum. Das lernt man in der Regel aus Erfahrung. Ich habe normalerweise das FE 24–70 mm f/2,8 G Master Objektiv in der Tasche, damit ich mit unterschiedlichen Brennweiten arbeiten und mehrere Bilder in Serie aufnehmen kann, um eine Art Geschichte zu erzählen. Außerdem verwende ich das FE 70–200 mm f/2,8 G Master Objektiv, aber weil es so groß und schwer ist, nehme ich es nur mit, wenn ich weiß, dass ich es definitiv für meine Aufnahmen verwenden werde, etwa, wenn ich von einem Dach aus fotografiere und vielleicht die Architektur oder Merkmale eines bestimmten Gebäudes in der Ferne einfangen möchte.

Mike Will, Sony α7RM III, Blick auf die Buntglasfenster in einer Kirche

© Mike Will | Sony α7R III + 12–24mm f/4 G | 1/30 Sek. @ f/4,0, ISO 2000

Einer der wichtigsten Ratschläge, die ich Menschen, die Architektur fotografieren, geben kann, ist, dass man die Aufnahmen richtig „im Kasten“ haben sollte, bevor man aufhört zu fotografieren. Es kann ganz schön kompliziert sein, beim Fotografieren mit einem Superweitwinkelobjektiv alles perfekt einzustellen. Der Justizpalast in Wien ist beispielsweise ein traumhaftes Fotomotiv. Es gibt so viele Linien. Ich habe mit 16 mm fotografiert, und bei einem so weiten Winkel muss alles absolut gerade ausgerichtet sein, sonst passt es nicht. Bei der α7R III verwende ich immer Rasterlinien und lasse sie aktiviert. Sie helfen mir, sicherzustellen, dass alle Linien gerade sind. Gleichzeitig kann ich mit der Nivellierungshilfe überprüfen, ob meine Kamera gerade am Boden ausgerichtet ist. Auf jeden Fall sollte man sich die Aufnahme zunächst auf dem Bildschirm anschauen, bevor man weggeht.

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