Alpha Universe-Geschichte im Detail
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Wie ich Fotos schieße
Insektenfotografie mit Javier Aznar 

Ich habe die Natur schon als Kind geliebt, aber mit der Tierfotografie habe ich erst richtig angefangen, als ich an der Universität Biologie studiert habe. Nach der Uni beschloss ich, Profifotograf zu werden, und reiste nach Ecuador. Dort blieb ich drei Jahre lang und arbeitete an meinen ersten Fotoprojekten. Im Laufe der Jahre habe ich die unterschiedlichsten Arten fotografiert, aber in letzter Zeit stehen bei den meisten meiner Projekte Insekten im Mittelpunkt.

Hintergrundwissen über das Motiv

Insekten sind überall. Deswegen geben sie so ein gutes Fotomotiv ab. Sie sind im Garten, auf der Straße, im Park und sogar in der eigenen Wohnung zu finden. Bevor Sie beginnen, sie zu fotografieren, sollten Sie sich die Zeit nehmen, etwas über sie zu lesen, um Näheres über ihr tägliches Leben zu erfahren und herauszufinden, wann, wo und wie Sie sie entdecken können. Das kann richtig Spaß machen, man muss nur genau genug hinschauen.

Javier Aznar Sony α7RM3 Libelle am Stängel einer Pflanze mit der Stadt im Hintergrund

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 50 mm f/2.8 Macro | 1/160 Sek. @ f/16, ISO 800

Insekten zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen, deswegen müssen unterschiedliche Techniken eingesetzt werden, um sie zu fotografieren. Die Fotos von der Libelle wurden beispielsweise am frühen Morgen aufgenommen, als es noch kühl und das Tier noch kalt und entspannt war. Mit einem Stativ und meinem FE 50 mm f/2.8-Makroobjektiv konnte ich wirklich nahe herangehen, ohne dass sie sich bewegte. Sobald die Sonne aufgegangen ist, wärmen Libellen sich auf und beginnen herumzufliegen. Dann sind Nahaufnahmen unmöglich. Deswegen ist es so wichtig, diese kleinen Details zu kennen. Man braucht nichts weiter als Wissen und etwas Übung – und natürlich ein wenig Glück.

Javier Aznar Sony α7RM3 Eine Larve hängt in einem orangefarbenen Netz

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 100–400 mm f/4.5-5.6 GM OSS | 1/200 Sek. @ f/5.6, ISO 6400

Außeneinsätze

Die typische Tages- oder Nachtaufnahme gibt es nicht. Es hängt alles von dem Tier ab, das man fotografieren möchte. Insekten sind in der Regel leichter zu fotografieren, weil es – verglichen mit Säugetieren – meist mehr von ihnen gibt, sodass man mehr Chancen hat, bestimmte Verhaltensweisen festzuhalten.

Javier Aznar Sony α7RM3 Grashüpfer auf einem gewundenen grünen Schössling vor dunklem Hintergrund

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 50 mm f/2.8 Macro | 1/160 Sek. @ f/13, ISO 160

Bei meiner Arbeit mit Insekten in der letzten Zeit bin ich mit meiner Sony α7R III, meiner α7R IV und meinen Objektiven in den Regenwald gegangen – meist in der Nacht. Dort habe ich dann fast die ganze Nacht hindurch Fotos gemacht und gerade einmal drei Stunden geschlafen. Ich bin so begeistert von den vielen verschiedenen Lebewesen da draußen, dass ich immer das Gefühl habe, Zeit zu verschwenden, wenn ich schlafe.

Javier Aznar Sony α7RM4 Eine Gruppe grüner Käfer krabbelt über die ausgestreckten Hände eines Mannes

© Javier Aznar | Sony α7R IV + FE 24–70 mm f/2.8 GM | 1/200 Sek. @ f/16, ISO 50

Nicht alle meine Projektstandorte sind extrem, aber sie bringen immer ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Das folgende Bild wurde beispielsweise für die spanische Zeitung Dominical aufgenommen. Es ging um Asiatische Hornissen, die zahlreiche Probleme verursachen. Sie töten zum Beispiel Tausende von einheimischen Bienen, die zur Honigproduktion gehalten werden. Ein Landwirt ist selbst aktiv geworden und hat elektrische Zäune in der Nähe der Bienenstöcke aufgestellt, um die Wespen zu töten und so seine Bienen zu schützen. Ich musste einen Imkeranzug tragen, um das Gerät zu fotografieren. Dabei durfte ich nicht an die elektrischen Drähte kommen … Das war unmöglich. Ich habe einige Stromschläge abbekommen, aber ich habe trotzdem weitergemacht, um die perfekte Aufnahme zu bekommen.

Javier Aznar Sony α7RM3 Nahaufnahme einer Wespe, die sich um eine Faden windet

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 90 mm f/2.8 Macro G OSS | 1/80 Sek. @ f/16, ISO 50

Aufnahmen bei Tag und Nacht

Nachts bin ich mit leichtem Gepäck unterwegs. Normalerweise nehme ich meine Sony α7R IV und vielleicht meine α7R III als Ersatzgerät mit, dazu meine Makroobjektive FE 50 mm f/2.8 und FE 90 mm sowie mein Blitzlicht, um die Insekten ins rechte Licht zu rücken. Weil ich die volle Kontrolle über die Stärke des Blitzlichts habe, richte ich meine Kamera vollständig manuell ein, um die gewünschte Belichtung zu erhalten. Als Verschlusszeit wähle ich 1/250stel Sekunde aus; das ist die maximale Verschlusszeit, die ich mit Blitz verwenden kann. Dann wähle ich die Blendeneinstellung und die Blitzlichtstärke aus und nehme bei Bedarf Anpassungen vor. Meine Einstellungen kann ich meist die ganze Nacht lang beibehalten.

Javier Aznar Sony α7RM3 Großer Käfer auf dem Arm eines Mannes vor dunklem Hintergrund

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 50 mm f/2.8 Macro | 1/160 Sek. @ f/11, ISO 80

Bei Tageslicht fotografiere ich normalerweise Säugetiere oder Vögel, deswegen muss ich vorbereitet sein. Diese Tiere neigen viel mehr als Insekten dazu, mich zu entdecken und dann wegzulaufen und sich zu verstecken. Aber ich packe auch das 90 mm F/2.8-Makroobjektiv ein, damit ich das Objektiv wechseln kann, wenn ich etwas Kleineres sehe, das ich fotografieren möchte.

Javier Aznar Sony α7RM4 Eine Gruppe Schmetterlinge ruht sich am Ufer eines Teichs aus

© Javier Aznar | Sony α7R IV + FE 16–35 mm f/4 ZA OSS | 1/50 Sek. @ f/22, ISO 400

Am Tag, wenn es heller ist, verwende ich die α7R IV gern im Blendenprioritätsmodus. So kann ich einfach die passende ISO-Empfindlichkeit einstellen und muss mir über die Verschlusszeit keine Gedanken machen. Zum Scharfstellen nutze ich das Autofokus-Tracking in Echtzeit. Das klappt einfach großartig. Zusammen mit dem 61-Megapixel-Sensor und der Aufnahmerate von 10 Bildern pro Sekunde ist die α7R IV dadurch die beste Kamera für Tierfotografie auf dem Markt.

Kontext schaffen

Für mich sollte ein Tierfoto idealerweise Gefühle auslösen – es muss eine Reaktion geben. Es geht nicht nur darum, den Augenblick einzufangen. Genau wie bei allen anderen Arten der Fotografie auch braucht man eine großartige Komposition und gutes Licht, aber ein großartiges Tierfoto entsteht durch eine Mischung unterschiedlicher Dinge. 

Javier Aznar Sony α7RM3 Nahaufnahme eines geflügelten Käfers kopfüber unter einem Blatt

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 90 mm f/2.8 Macro G OSS | 1/160 Sek. @ f/14, ISO 100

Bei meinen Projekten geht es oft um die Beziehung von Mensch und Tier. Deswegen sind auf meinen Bildern häufig Menschen zu sehen, denn so kann ich die ganze Geschichte erzählen. Ich möchte zeigen, wie ich mir Naturschutz vorstelle, und die Insekten, mit denen ich mich in meiner Arbeit zurzeit beschäftige, ins Bewusstsein rücken. Die Fotos von Menschen sind ebenso wichtig, weil sie Bewusstsein schaffen und eine Verbindung zwischen dem Verhalten von Menschen und dem von Tieren herstellen. Ich möchte nicht nur die Schönheit der Insekten zum Ausdruck bringen, sondern auch unsere Beziehung zu ihnen. 

Javier Aznar Sony α7RM3 Schüssel voller Larven, fertig zum Kochen

© Javier Aznar | Sony α7R III + FE 35 mm f/1.4 ZA | 1/160 Sek. @ f/11, ISO 100

Produkte im Fokus
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FE 50 mm F2,8 Makro

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Makro G OSS mit FE 90 mm F2,8

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„Um etwas zu bewahren, müssen wir erst kennen- und lieben lernen, was wir verlieren könnten. Die Fotografie ist ein nützliches Werkzeug, um uns zu sensibilisieren und uns zu zeigen, was uns umgibt. Ich versuche, mit meiner Kamera Tiere in ihrer reinsten Form darzustellen – aus biologischer, gleichzeitig aber auch künstlerischer Sicht.“

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