Bildsprache und Imagination

Julien Mauve

„Bei solchen Projekten musst du wissen, in welche Richtung du gehen möchtest.“ Mit einem Grinsen fügt der Spitzenfotograf hinzu: „...aber nicht zu genau!“

Julien beschreibt den kreativen Prozess bei der Realisierung seiner Fotoprojekte, die seiner Karriere mit Arbeiten wie „Greeting from Mars“, „After Lights Out“ und seinem neuesten Projekt „L'île Aux Libellules“ (Island of Dragonflies) internationale Anerkennung eingebracht haben. Inzwischen konzentriert er sich fast ausschließlich auf die Fotoarbeit: Shooting und Schnitt und die Aufnahmen im Anschluss seinem Publikum zugänglich machen – zuerst online, später als Ausstellung oder als Buch.

Julien Mauve Sony alpha 7RII Wohnblock im Dunkeln, nur in einer Wohnung brennt Licht

© Julien Mauve | Sony α7R II + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/6s @ f/14.0, ISO 100

Ich stand nicht schon immer oben auf der Karriereleiter. „Ich habe wie die meisten anderen mit dem Fotografieren angefangen, habe Erinnerungsfotos geschossen, Aufnahmen von meiner Familie und Freunden“, erklärt er. „Ziemlich bald wollte ich mit meinen Fotos mehr zum Ausdruck bringen; eine Geschichte erzählen, nicht nur einfach ein Motiv im Bild festhalten.“

Im Jahr 2011 begann er mit seiner projektbezogenen Arbeit, zunächst mit einer Sony α99 und hat diesen Weg zielstrebig weiterverfolgt.

 

Julien Mauve Sony alpha 7R Zwei Astronauten bei einer Selfie-Aufnahme vor einer beeindruckenden Marslandschaft-Kulisse

© Julien Mauve | Sony α7R + FE 16-35mm f/2.8 ZA SSM | 1/160s @ f/13.0, ISO 200

Juliens jüngstes Projekt, „L'île aux libellules“, wurde in Japan aufgenommen. Die Aufnahmen dauerten insgesamt zwei Jahre und verteilten sich auf vier Reisen. Das Konzept dafür entwickelte er eher zufällig, während er das Land bereiste. Ihm fiel auf, „dass es hauptsächlich am Rand der Inseln Bauwerke gibt, die Inselmitte hingegen wie ausgestorben wirkt. Es leben nicht viele Menschen dort und man sieht viele Gebäude, die von der Natur zurückerobert wurden. Man erkennt darin die Beziehung des Menschen zur Natur und wie sie sich verändert.“

Julien Mauve Sony alpha 7RII Eine dunkle Hütte im Wald, umgeben von Bäumen

© Julien Mauve | Sony α7R II + FE 35mm f/2.8 ZA | 1/200s @ f/6.3, ISO 500

Mein Projekt „L'île aux libellules“ (Island of Dragonflies) zeigt verwaiste Orte und ehemals zivilisierte Gebiete, die langsam von der Natur zurückerobert werden. Die Bilder wirken, als entstammen sie einem düsteren, dystopischen Science-Fiction-Roman. Aber wie alle guten Geschichtenerzähler verbindet er unterschiedliche Elemente zu einem zusammenhängenden Ganzen.

Auch wenn die Bilder auf den ersten Blick ein einheitliches Empfinden vermitteln – sie sind nicht alle am selben Ort und auch nicht im selben Zeitraum entstanden.

„Einige Aufnahmen sind in Okinawa entstanden, andere im Norden und zu einem anderen Zeitpunkt.“ Er fügt hinzu: „Wichtig war, einen Zusammenhang herzustellen und eine passende Atmosphäre für die Aufnahmen zu schaffen. Aus diesem Grund mache ich meine Shootings hauptsächlich morgens und ohne direktes Sonnenlicht. Neben der konsistenten Thematik kommt es vor allem auf die Farbgestaltung, -tönung und -abstufung der fertigen Bilder an. Diese konsistente Ästhetik ist Teil des Projekts.“

Julien Mauve Sony alpha 7R Zwei Astronauten sitzen auf einem Felsvorsprung und blicken auf die Marslandschaft

© Julien Mauve | Sony α7R + FE 16-35mm f/2.8 ZA SSM | 1/50s @ f/9.0, ISO 200

Welche Vorteile sieht Julien in seiner Sony Alpha-Ausrüstung? Er arbeitete zunächst mit der α99 und kam darüber zur α7R-Serie. Man könnte erwarten, dass ein Fotograf sämtliche technische Finessen nennt, die er für herausragend hält. Julien hingegen hat als Fotograf und Künstler eine ganz andere Einstellung dazu: Für ihn zählt gerade das, was die Kamera nicht leistet – das macht für ihn der Unterschied.

„Als Künstler“, erklärt er, „musst du die Kamera einfach vergessen... Mit ihr arbeiten und nicht darüber nachdenken. Aber die Sache ist die: Das gelingt die nur mit bestimmten Kameras. Die α7R-Serie reagiert so schnell und ermöglicht ein so intuitives Arbeiten, dass es einfach ist, sich auf das zu konzentrieren, was ich mit meiner Aufnahme erreichen will, und nicht auf die Ausrüstung, die ich nutze“, fügt er ergänzend hinzu. „Das Kit ist wirklich leicht, man merkt es kaum, und unglaublich reaktionsschnell. Ich kann in Sekundenbruchteilen aufnehmen.“

Julien Mauve Sony alpha 7RII Stadtlandschaft im Dunkeln mit einer einzelnen leuchtenden Werbetafel

© Julien Mauve | Sony α7R II + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/125s @ f/10.0, ISO 320

Julien ist für seine Arbeiten ständig unterwegs, auf der Suche nach der perfekten Szenerie, denn er weiß nie, wo er Inspirationen für seine nächsten Bilder finden wird.

„Ich habe die Kamera dabei und kann so auf Momente reagieren, die nur einen Augenblick dauern – wo also eine schnelle Reaktion zählt.“ Aus dem gleichen Grund nutzt er schnelle Zoom-Objektive für seine Aufnahmen, z. B. eine Kamera mit 70-200mm f/2.8 G Master und eine mit dem 24-70mm f/2.8 G Master. So ist er auf „so ziemlich alles vorbereitet“.

Julien Mauve Sony alpha 7R Zwei Astronauten stehen Hand in Hand vor einer beeindruckenden Marslandschaft-Kulisse

© Julien Mauve | Sony α7R + FE 16-35mm f/2.8 ZA SSM | 1/250s @ f/11.0, ISO 100

Julien schätzt die extrem hohe Auflösung und hervorragende Bildqualität der α7R-Serie. Dieser Faktor ist wichtig für ihn, wenn seine Bilder in Ausstellungen gezeigt werden.

„Ich zeige meine Arbeit nicht nur in Zeitschriften und Büchern, sondern auch in Galerien und Studios und mache wirklich große Fotodrucke. Dazu muss ich sichergehen, dass die Qualität stimmt. In der letzten Serie, die ich ausgestellt habe, waren die Drucke, die ich gemacht habe, einen Meter breit – ... das ist heutzutage überhaupt kein Problem mehr.“

Zurück zur kreativen Arbeit, der Weiterentwicklung seiner Projekte, sei es geplant oder ungeplant. Manchmal dauert es Monate oder sogar Jahre, bis aus einem Konzept ein fertiges Projekt entsteht. Während dieses gesamten Zeitraums gibt es immer wieder Überraschungen und Richtungsänderungen, aber vor allem harte Arbeit und viel Hingabe und Leidenschaft.

Julien Mauve Sony alpha 7RII Vorstadt im Dunkeln mit einem einzelnen erleuchteten Fenster

© Julien Mauve | Sony α7R II + FE 24-70mm f/2.8 GM | 1/15s @ f/11.0, ISO 100

„Beim Fotografieren geht es darum, nach Szenen zu suchen, die eine Geschichte liefern“, erklärt er. „Die anschließende Bearbeitung kann sehr anstrengend sein, denn man hat 50 oder 60 Bilder und muss diese auf 20 reduzieren; du lässt nur die ausdrucksstarken, also die Bilder, die deine Geschichte transportieren. Mitunter muss man aber auch einfach einen Schritt zurücktreten und prüfen, was funktioniert und was nicht.“

Er fährt fort: „Manchmal ist es für deine Fotogeschichte nötig, etwas zu ändern oder noch einmal von vorn zu beginnen. Es ist, als würde man ins Meer eintauchen... Wenn du mitten in der Arbeit steckst, verlierst du mitunter den Blick auf das Ganze. Also brauchst du eine Unterbrechung, tauchst sozusagen wieder auf aus deiner Arbeit, wirfst einen weiteren kritischen Blick darauf und kehrst zu deinem Werk zurück.“ 

Produkte in diesem Artikel

ILCE-7R

α7R E-Mount-Kamera mit Vollformat-Sensor

ILCE-7R

ILCE-7RM2

α7R II mit rückwärtig belichtetem Vollformatbildsensor

ILCE-7RM2

SEL2470GM

FE 24–70 mm F2,8 GM

SEL2470GM

SEL35F28Z

Sonnar® T* FE 35 mm F2,8 ZA

SEL35F28Z

SAL1635Z2

Vario-Sonnar® T* 16–35 mm F2,8 ZA SSM II

SAL1635Z2

Julien Mauve
Alpha Universe

Julien Mauve

Frankreich

„Ich versuche, die Welt zu zeigen – nicht, wie sie ist, sondern wie ich sie gerne sehen würde.“

Profil anzeigen